Unsere Hochzeits-Premiere

Als meine Tante letztes Jahr freudig ihren Hochzeitstermin verkündete und meinen Bruder und mich auch noch zu Trauzeugen ernannt hat, war eins klar: Da wird rangeklotzt!

Meine Tante ist nicht nur meine Tante, sondern auch mein engster Bastelfreund(und nicht nur, weil sie in der selben Straße wohnt). Schon von Klein auf hat sie mir große Begeisterung für meine selbstgemachten Sachen entgegen gebracht und mich zu jedem kreativen Quatsch ermutigt. Da meine Ma durch ihre bastelbegeisterte Freundin auch immer neue Projekte an Land zog, gab es immer etwas zu entdecken.

Das war nun die Chance, mein komplettes, über die Jahre angesammeltes Bastel-Repertoire auszupacken. Da ich bis dahin keinen Plan vom Thema „Hochzeit“ hatte, bin ich zuerst auf Pinterest gegangen, um mir die nötige Inspiration zu holen.

Beim Besichtigungstermin des Veranstaltungsorts hatte ich vorbildlich ein Tablet dabei, gefüllt mit tausend Ideen. Ich habe mich wie eine Weddingplanerin gefühlt und in einer Slideshow alle meine Ideen präsentiert. Meine Tante war dem aber noch skeptisch gegenüber „würde doch viel zu aufwendig werden“ und ihr Mann hat mich auch nur belächelt, aber ich habe mich nicht von meiner Vision abbringen lassen. ICH HATTE DA RICHTIG BOCK DRAUF!

Wir haben uns dann erst mal auf kleine Gastgeschenke, einen Gästebuch-Baum (ihre Idee) und Deko-Schnickschnack geeinigt.

Jetzt hatten wir zwar ’n Plan, aber keine Materialien für die Umsetzung… Genau DA kam Stampin‘ Up! ins Spiel. Diese „Liebe auf den zweiten Blick“-Story habe ich ausgelagert und ist in meinem Beitrag MEIN WEG ZU STAMPIN‘ UP! nachzulesen.

Kurz um: Ich hatte alles, was ich brauchte und der Spaß konnte beginnen.

Die Umsetzung meiner ausgesuchten Projekte hatte ich schon Schritt-für-Schritt verinnerlicht, aber der Baum… DER BAUM!

Bei dem Gästebuch in Form eines großen gezeichneten Baums, setzt jeder Gast mit Stempelfarbe seinen Fingerabdruck an einen leeren Ast und unterschreibt anschließend auf seinem „Blatt“. So kriegt der Baum Gast für Gast eine volle grüne Krone.

Total süße Alternative zum klassischen Buch, aber ich war sehr unsicher, ob ich so etwas zeichnen könnte (war ja auch nicht meine Idee gewesen ). Schon der Gedanke an den Gästebuch-Baum hat mir so große Sorgen bereitet, dass ich online schaute, ob man sich so etwas nicht schon fertig kaufen konnte. Wenn man seit zwei Jahren kein Zeichen-Utensil mehr in der Hand gehalten hat, malt man sich natürlich nur das Schlimmste aus – total unbegründet, wie sich herausstellte. Gab leider nichts schönes zu kaufen, also musste ich doch selbst Hand anlegen.

Also wieder ab auf Pinterest und Referenzen rausgesucht. Als Medium habe ich Zeichentusche und Feder gewählt und mit dem ersten Strich ging mir auch alles locker-flockig aus dem Handgelenk. Scheint wohl doch wie Fahrradfahren zu sein, wenn man dem Sprichwort glauben mag . Mein Mantra war „Nur ein paar wirre Linien und es sieht aus wie ein Ast.“. Das muss man nur 100-mal vor sich hersagen und schon hat man einen Baum fertig. Aus den Daumen des Brautpaares hab ich ein Vogelpärchen gemacht.


wir hatten uns taktisch auf dem Weg zur Toilette positioniert hehe

Da ich noch andere Einsatzort hatte, habe ich den Baum in die Obhut meines Freundes gegeben. Er hat aufgepasst, dass keine unsachgemäße Benutzung stattfand und jeden abgefangen, der vorbei gegangen ist und was soll ich sagen, die Teilnehmerquote lag bei mehr als 90% . Dankeschön!

Natürlich blieb es nicht bei den besprochenen Projekten, stattdessen fielen uns immer neuere und bessere Ideen ein und aus meiner 1-Mann Bastelgruppe wurden fünf Mann. Wir haben uns fast wöchentlich getroffen und meine Tante war auch mit an Bord. Spaß für die ganze Familie und Ratz-Fatz war alles fertig!

Wir haben zum Beispiel noch Namensschilder mit Color-Code gemacht. Familie, Freunde, Arbeitskollegen usw. haben jeweils ein Symbol bekommen und weitere Zugehörigkeit wurde durch Farben gekennzeichnet. Dazu gab es auch eine Legende, die jeder angucken konnte.
Kam sehr gut an .

Für die knapp 100 Kärtchen haben wir zwei A1 Leinwände mit Leinenfaden besponnen und zum Selbstbedienen aufgestellt. Haben auch alle einen Besitzer gefunden, außer der gute Karsten. Der hing da noch am Ende. Es gab nämlich gar keinen Karsten. Hoppla .

Es war den ganzen Tag lang warm und sonnig. Die Zeremonie und das anschließende Kaffee-Kuchen-Buffet konnten wir also Draußen genießen. Bei dem grandiosen Wetter sind auch seeehr viele schöne Fotos entstanden. Der Fotograf hat es wirklich geschafft, dass jeder auf den Gruppenfotos -wir durften Luftballons steigen lassen- von seiner besten Seite zu sehen ist. Ich habe noch nie so tolle Fotos gesehen!!! Den dekorierten Festsaal haben wir erst zum Abendessen aufgesucht.  Es gab Leckereien frisch vom Grill.

Meine gebastelten Gastgeschenke haben perfekt neben die Servietten gepasst. Gefüllt waren sie mit einer mini Lindt-Schokolade.

Farblich passend gab es auch noch Lollis. Ich wollte eine Hälfte zum Kuchen auf den Tisch legen und die zweite Hälfte zum Abendbrot. Nach dem Kaffee-Kuchen-Buffet habe ich aber die Kiste so gut versteckt, dass ich es total vergessen habe… Tja

Wir haben nicht nur gebastelt, sondern auch fleißig fürs Kuchen-Buffet gebacken. Zum Beispiel die alternative Hochzeitstorte.  Wir haben uns umgehört und es wurde deutlich, dass die klassische Hochzeitstorte nicht mehr so viel Anklang findet und gerne stehen gelassen wird. Auf eigenen Wunsch hin hat sich das Brautpaar also für eine Variante mit Obst und ohne 10kg Sahne entschieden. Meine Mutter und ich waren natürlich bereit das umzusetzen. Die Figur zeigt das Paar bei ihrer Lieblingsurlaubsbeschäftigung auf dem Weg zum Flitterwochenziel. Wir haben die Figur bekommen und das Thema drumherum entwickelt. Das Schild war eine Last-Minute Idee gewesen – so wie alles bei mir . Die Landschaft haben wir mit leckerem Obst gestaltet. Blaubeeren für den gepflasterten Weg, Kiwi für grüne Wiesen und gefächerte Pfirsiche als Blumen. Wurde auch komplett aufgegessen. yeah.

Wir haben für unseren Einsatz verdammt viele Komplimente bekommen und es lief echt perfekt. Da hat man von anderen Hochzeiten schlimmeres gehört. Es freut uns, dass wir diese Feier mitgestalten durften und dem Brautpaar und den Gästen einen richtig krassen Tag bereiten konnten. Mal sehen, ob wir wieder eine Gelegenheit zum Ranklotzen kriegen. Wir sind bereit!

Ein Gedanke zu „Unsere Hochzeits-Premiere

  1. Jacqueline Gaul sagt:

    Wow… Franzi, da habt ihr aber wirklich rangeklotzt… ich finde deine Ideen und Werke total schön… sommerlich, frisch und mit viel viel Herz ❤️ gestaltet! Liebe Grüße Jacqueline

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.